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Portugal in 100 Objekten

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Japanischer Wandschirm.  Portugal in 100 Objekten
 
Namban-Wandschirm (Biombo) mit der Darstellung portugiesischer Seeleute und Händler.
Zum ersten Male werden Europäer von Asiaten dargestellt.
Die im Japanischen Byo-bu genannten Falt-Stellschirme fanden als Biombo Eingang in die Iberische Halbinsel und gelangten von dort als Spanische Wand nach Deutschland.
Die buddhistischen Mönche, im Japanischen Bo-zu genannt, wurden als bonzos in den Missionsschriften derart heruntergeputzt, dass dem in nahezu allen westlichen Sprachen eingebürgerten Wort Bonze bis heute eine negative Bedeutung anhaftet.

Japanischer Namban-Stellschirm (Biombo)

1543 wurden portugiesische Kaufleute auf einer in Seenot geratenen Dschunke auf Tanegashima verschlagen, wo sie zum Dank für die Hilfe der Japaner einige Gewehre (Tanegashima-Gewehr) überreichten. Dies gilt als erste direkte Begegnung zwischen Europäer und Japaner — und zugleich als Beginn der Geschichte der Feuerwaffen in Japan.

Mit der Anlandung des Jesuiten Francisco de Xavier, der 1549 Kagoshima im Süden Kyushus erreichte, setzte dann ein kontinuierlicher luso-japanischer Austausch ein. Den portugiesischen Missionaren der Societas Jesu (Jesuiten) folgten Kaufleute, meist aus Macao, später auch Franziskaner aus den Philippinen.

Die Japaner fanden das Wort Namban für die Neuankömmlinge angemessen, da sie aus dem Süden kamen und ihre Manieren, besonders wohl die der Seeleute, wenig kultiviert wirkten. Die Japaner waren zuerst eher abgestoßen von den Manieren der Neuankömmlinge.

Ein zeitgenössischer Bericht beschreibt die Fremden: „Sie aßen mit ihren Fingern anstatt mit Stäbchen, wie wir sie benutzen. Sie zeigen ihre Gefühle ohne jede Selbstkontrolle. Sie können die Bedeutung von Schriftzeichen nicht verstehen.“ – nach Ch. Boxer.

Dessen ungeachtet wußten die Japaner Feudalherren die technischen Errungenschaften der Portugiesen zu schätzen, z. B. auf militärischem Gebiet die Arkebuse und den Kürass, des Weiteren metallurgische Verfahren, Schiffsbautechniken und vielerlei Gegenstände des alltäglichen Lebens.

Die Verbreitung des Christentums bewirkte eine Ausweitung im japanischen Wortschatz. Viele Ausländer wurden von japanischen Herrschern freundlich aufgenommen, und ihre Fähigkeiten waren manchmal zu einem so hohen Grad anerkannt, daß sie in den Rang eines Samurai befördert wurden.

Wandschirm
 
Namban-Wandschirm (Biombo) mit der Darstellung portugiesischer Seeleute und Händler.
Biombo
Kostbarer Namban-Wandschirm (Biombo), im Museu de Arte Antiga ausgestellt.

Portugiesische Feuerwaffen waren eines der Dinge, an denen die Japaner sehr stark interessiert waren.

Die ersten Europäer, die Japan erreichten, waren drei Portugiesen, darunter der Abenteurer und Chronist Fernão Mendes Pinto, die auf der Insel Tanegashima südlich von Kyu-shu strandeten.

Sie hatten Arkebusen und Munition bei sich. Zu dieser Zeit befand sich Japan mitten in einem langjährigen Bürgerkrieg, der Sengoku-Zeit. Die Japaner waren zwar bereits mit dem in China erfundenen Schießpulver vertraut und sie benutzten zu diesem Zeitpunkt bereits seit rund 270 Jahren einfache chinesische Handfeuerwaffen und Kanonenrohre, genannt Teppo. Die portugiesischen Gewehre waren jedoch leichter und fortgeschrittener. Sie besaßen Luntenschlösser, und es war einfacher, mit ihnen zu zielen.

Von Japan nach Europa

Die iberischen Missionare und Händler brachten auch einige japanische Dinge und Wörter nach Europa. Für die leicht gebogenen Schwerter hat man im Portugiesischen noch heute das Wort catana (jap. katana). Japanischer Tee (cha) kam als chá nach Portugal, und als die Infantin Katharina von Braganza den englischen König Karl II. heiratete, schließlich auch nach England.

Den ersten Kimono führte der japanische Samurai Hasekura vor, der Anfang des 17. Jahrhunderts über Mexiko nach Rom reiste.

Museum für Alte Kunst

Biombos Arte Namban. Atribuído a Kano Domi Japão, 1593-1602, Período Momoyama. Têmpera sobre papel, folha de ouro, seda, laca e metal. Compra, 1954 Inv. 1638-1639 Mov

Literatur

Noel Perrin, David R. Godine (Hrsg.): Giving Up the Gun. Boston.

Christopher Howe: The Origins of Japanese Trade Supremacy. Development and Technology in Asia from 1540 to the Pacific War. The University of Chicago Press.

Charles Ralph Boxer (1904 – 2000) war ein herausragender britischer Historiker mit Spezialgebiet niederländische und portugiesische Seefahrts- und Kolonialgeschichte.

Jan Compagnie in Japan, 1660–1817 (1936)

The topasses of Timor (1947)

Fidalgos in the Far East, 1550–1770.

Fact and Fancy in the History of Macao (1948)

The Christian Century in Japan (1951)

Salvador de Sá and the Struggle for Brazil and Angola, 1602–1686 (1952)

South China in the Sixteenth century (1953)

The Dutch in Brazil (1957)

The Great Ship from Amacon (1959)

The Tragic History of the Sea (1959)

The Golden Age of Brazil, 1695–1750 (1962)

The Dutch Seaborne Empire (1965)

The Portuguese Seaborne Empire (1969)

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