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Portugal in 100 Objekten

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Pasteis de Nata

Nach dem Eintreffen des Briefes von Pero Vaz de Caminha an den König in Lissabon geriet dieses Manuskript, zusammen mit anderen Dokumenten der Entdeckungsfahrten, in Vergessenheit. Erst 273 Jahre nach seiner Verfassung wurde der Brief (im Jahre 1773) im Nationalarchiv der Torre do Tombo durch den Historiker und Politiker José de Seabra da Silva wiederentdeckt, der sofort die historische Dimension dieses Schreibens begriff und diesen dann einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte.

Heute befindet sich der Brief von Pero Vaz de Caminha an König Manuel I über die Entdeckung Brasiliens (Carta de Pero Vaz de Caminha a El-Rei D. Manuel sobre o Achamento do Brasil) immer noch im Nationalarchiv der Torre do Tombo und gehört zu den geschichtlich wertvollsten Schriftstücken Portugals.

Bericht von der Entdeckung Brasiliens

  „Der von beiden Seiten (Portugiesen und Indianer) her sanfte und respektvolle Umgang miteinander erzeugt bald Gefühle der Freundschaft und Wertschätzung. Portugiesen und Indios tanzen und feiern zusammen. Die behutsame Führung Cabrals dämpft den Übermut seiner Männer und verhindert Übergriffe. Pêro Vaz de Caminha träumt vom Paradies...”, so der Klappentext der deutschen Übersetzung der Carta des Pêro Vaz de Caminha.
Dem österreichischen Philologen Robert Wallisch ist in sorgsamer Quellenarbeit eine Übersetzung gelungen, die allen wissenschaftlichen Anforderungen in der Behandlung eines historischen Dokumentes Rechnung trägt und zugleich die Qualität dieses Textes als literarische Äußerung würdigt und hervorhebt.
Der Brief des Pêro Vaz de Caminha offenbart sich in dieser streng am portugiesischen Original orientierten Fassung als ein literarisches Kleinod, das sich von der ersten bis zur letzten Seite spannend liest.
Neben dem portugiesischen Originaltext und der deutschen Übersetzung mit ausführlichen Kommentaren und Anmerkungen, enthält der Band ausführliche biographische Notizen zu Pedro Álvares Cabral und Pêro Vaz de Caminha, sowie ein Nachwort zum Stand der Forschung zur Geschichte der Entdeckung Brasiliens.
 

Am 9. März 1500 verlassen 13 Schiffe den Hafen von Lissabon, um Kurs auf Indien zu nehmen. Alle sind auf eine monatelange Reise eingestellt, doch schon am 22. April stößt der Verband mitten im südlichen Atlantik auf Land. Der Flottenkapitän Pedro Álvares Cabral beschließt, die vermeintliche Insel zu erkunden, und sein Schreiber Pêro Vaz de Caminha beginnt ein einzigartiges und packendes Journal anzufertigen, in dessen Mittelpunkt die Schilderung der Begegnung mit den dort lebenden Ureinwohnern steht.

Zwischen dem 22. April und dem 1. Mai des Jahres 1500 hielt Vaz de Caminha auf 29 Seiten die ersten Eindrücke des neu entdeckten Landes Brasilien fest. Unter anderem hält er mit großer Verwunderung fest, daß die Eingeborenen ... nackt herumlaufen.

Dieser Brief ist die erste europäische Nachricht über Brasilien und gilt somit als (europäische) Geburtsurkunde des südamerikanischen Landes. Ein erster Schock der Kulturen — damals wohnten ungefähr 2 Millionen Indianer in Brasilien; in den folgenden Jahrhunderten wurden die meisten ausgerottet. Die überlebenden Ureinwohner Brasiliens kämpfen noch heute gegen Seuchen, Urwaldrodung und Zerstörung ihrer letzten Lebensräume.

Ausführlich beschrieb Caminha wie am 22. April die Flotte von Pedro Álvares Cabral, nach 44 Tagen auf hoher See, Land sichtete. Und wie, einen Tag später, Nicolau Coelho, einer der Kapitäne der Flotte, an Land ging und dort mit den am Strand wartenden Tupiniquim-Indianern einen ersten Kontakt aufnahm. Ein paar Gegenstände wurden ausgetauscht.

Die Flotte beschloss aber am nächsten Tag weiterzusegeln, da eine aufkommende Schlechtwetterfront und die vielen Indianer, die sich in der Zwischenzeit am Strand versammelt hatten, auch wenn diese sich den Portugiesen gegenüber freundlich verhielten, eine dringend benötigte Wasser- und Proviantaufnahme unmöglich machten...

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Der cacique (Häuptling) Tupinikim Jaguaretê, aus Espírito Santo, zu Besuch in Brasilien, 2007.  

Etwa 50 km weiter nördlich segelte die Flotte an der Mündung des heutigen Flusses Buranhem vorbei, und in einer Bucht, die heute den Namen Bahia de Cabralia trägt und nach dem Entdecker benannt ist, ankerten sie und gingen gemeinsam an Land. Pedro Álvares Cabral nannte dieses Fleckchen Erde Porto Seguro (Sicherer Hafen). Hier an diesem Platz, hielt am 26. April, dem Ostersonntag des Jahres 1500, der mitgereiste Franziskanerpater Henrique de Coimbra die erste katholische Messe auf amerikanischen Boden.

Laut Vaz de Caminha nahmen an diesem Gottesdienst nicht nur Cabral und seine Mitreisenden teil, sondern auch etwa 200 neugierige Tupiniquim-Indianer. Nach dem Gottesdienst nahm Cabral, aufgrund der rechtlichen Lage des 1494 mit Spanien abgeschlossenen Vertrages von Todesilhas, das neuentdeckte Land für die portugiesische Krone in Besitz.


Cabral, ein junger Landsmann, Anfang 30, hat vom "Gewürzkönig" Manuel I den Auftrag erhalten, das Tor zu Indiens Gewürzmärkten, das Vasco da Gama mühsam geöffnet hat, für Portugal vollends aufzustoßen. Pedro Álvares Cabral soll nach Kalicut segeln und möglichst viele Gewürze mit nach Hause bringen.

In der Armada, die von Cabral kommandiert wirde, waren 1.200 Mäner unterwegs; darunter der Chronist Pero Vaz de Caminha und auch Bartolomeu Dias, der erste Segler der das Kap der Guten Hoffnung umsegelt hatte. Auch sein Bruder Diogo Dias und Nicolau Coelho (einer der Kommandanten der Expedition unter de Vasco da Gama) waren an Bord. Das erste Desaster war schon früh erfolgt: In der Nähe der Kapverdischen Insel verschwindet eines der Segelschiffe. Es wurde nie wieder gesichtet. Von den anfänglichen 13 waren 12 noch auf See. Bei der Rückfahrt nach Lissabon, nur noch 5.


Pero Vaz de Caminha wurde 1445 (oder 1450) als Sohn des Ritters Vasco Fernandes de Caminha, in Porto geboren. Als junger Mann kam er, Dank seines Vaters der Schatzmeister war, als Schreiberlehrling an den Hof von König Afonso V. Hier arbeitete er in der Verwaltung der königlichen Waffenkammer. Am 02. März 1475 nahm er erfolgreich als Soldat an der Schlacht von Toro teil und wurde nach dieser von König Afonso V, auf Grund seines Mutes und seiner Herkunft, zum Ritter geschlagen. Im Jahr darauf, 1476, übernahm er von seinem Vater den Posten des Schatzmeisters am königlichen Hof. Dieses Amt führte er auch nach dem Tod von König Afonso V, unter dem neun König João II, aus.

Im Jahre 1482 ehelichte er Catarina, eine Kammerzofe von Königin Leonor de Lencastre, der Ehefrau von João II. Als Manuel I im Jahre 1495 überraschenderweise König von Portugal wurde, ernannte er Pero Vaz de Caminha zu seinem Sekretär. Das Verhältnis zwischen den beiden soll freundschaftlich gewesen sein und so ist es nicht verwunderlich das zwei Jahre später, im Jahre 1497, König Manuel I seinen Sekretär zum Stadtrat (vereador) der Stadt Porto machte.

Da Vaz de Caminha dieses politische Amt wohl zur vollsten Zufriedenheit des Königs erfüllte, bestimmte Manuel I Anfang des Jahres 1500, das er der Verwalter der neu zu gründenden portugiesischen Handelsvertretung im indischen Calecute wurde.

So brach er am 10. März 1500, unter Flottenkapitän Pedro Álvares Cabral, eine Flotte von 13 Schiffen in Richtung Indien auf. Diese 13 Schiffe wurden von den Kapitänen Gaspar de Lemos, Nicolau Coelho, Nuno Leitão da Cunha, Pero de Ataíde, Vasco de Ataíde, Simão de Pina, Luis Pires, Sancho de Tovar, Simão de Miranda, Aires Correia, Bartolomeu Dias, Diogo Dias und Aires Gomes befehligt.

In seinem Brief, welches mit dem 1. Mai 1500 datiert ist, beschreibt Pero Vaz de Caminha die Eroberung des heutigen Brasiliens, durch Pedro Álvares Cabral, am 22. April 1500.

Am 02. Mai 1500 brach ein Proviantschiff, unter Kapitän Gaspar de Lemos, nach Lissabon auf, um König Manuel I über die Entdeckung des neuen Landes in Kenntnis zu setzen und ihm, auf Befehl von Cabral, den Brief von Pero Vaz de Caminha auszuhändigen.

Cabral und die restliche Mannschaft, unter ihnen auch Vaz de Caminha, setzten am nächsten Tag ebenfalls die Reise fort, aber in Richtung Indien. Ende Mai erreichen sie das Kap der Guten Hoffnung, wo sie in einen schweren Sturm gerieten und vier Schiffe, samt Mannschaften, verloren.

 
12 der 13 Schiffe von Cabrals Flotte. Die meisten gingen verloren, wie man in dieser Zeichnung der Memória das Armadas, von 1568, sieht.
Pedro Álvares Cabral leitete die erste portugiesische Expedition, die das Land erreichte, das wir heute “Brasilien” nennen. Cabral war der Kommandant von 13 Schiffen, die am 22. April 1500 an der brasilianischen Küste landeten. Oft heißt es, Cabrals Expedition ‘entdeckte’ das heutige Brasilien. Für viele Menschen begann Brasiliens Geschichte an jenem Tag, denn so steht es in vielen Schulbüchern. Aber es gab schon viel Geschichte, bevor die Portugiesen kamen...
 

Die Flotte setzte, nun mit acht Schiffen, ihre Reise fort und am 13. September 1500 erreichen sie Kalicut in Indien. Der Aufenthalt in Kalikut erwies sich für Vaz da Caminha und Pedro Álvares Cabral als schwierig. Die ortsansässige Bevölkerung, die sich noch zwei Jahre zuvor, bei der ersten Reise von Vasco da Gama, den Portugiesen gegenüber freundlich verhalten hatte, war nun feindlich, ja sogar kriegerisch eingestellt.

Die muslimischen Händler, die seit jeher die Handelsbeziehungen mit Indien führten sahen in den Portugiesen, zu Recht, eine Konkurrenz. Sie hatten, nach der Abfahrt von Vasco da Gama aus Indien, den Zamorin und die Bevölkerung Calecuts gegen die Portugiesen aufgebracht.

So konnte Vaz da Caminha nicht, wie geplant, den Posten des Verwalters der neu zu gründenden portugiesischen Handelsvertretung in Calecut antreten. Dann wollte er sich diesen Posten erkämpfen. Bei einem der Kämpfe auf die Handelsvertretung in Calecut wurde er am 15. Dezember 1500 von muslimischen Soldaten tödlich verwundet.

Als König Manuel I ein halbes Jahr später, bei der Rückkehr von Pedro Álvares Cabral aus Indien am 23. Juni 1501, vom Tod seines Chronisten erfuhr, soll er erschüttert gewesen sein. Auch wenn Pero Vaz de Caminha einen ziemlich unrühmlichen Tod starb, sein Brief an König Manuel I hat ihn zweifelsohne unsterblich gemacht.

Die andere Entdeckung

Es gibt aber auch Forscher, die der Auffassung sind, daß Pedro Álvares Cabral im Auftrag des Königs bewußt den Kurs nach Brasilien nahm, da den Portugiesen seit Ende 1498 die Existenz von Land in diesem Seegebiet durch den spanischen Seefahrer Duarte Pacheco Pereira bekannt war. Pereira segelte im Auftrag Manuel I. Andere beanspruchen die Entdeckung Brasiliens im Januar 1500 durch Vicente Yáñez Pinzón für sich.

Nicht am Monte Pascoal, südlich von Bahia, sondern an der Grenze zwischen Maranhão und Pará soll Pachco an Land gegangen sein. Seine Reise führte bis zum Amazonas. Der König von Portugal sei dermassen teria ficado tão deslumbrado com as informações trazidas pelo explorador, que preferiu deixar tudo em segredo porque a Espanha seria a verdadeira dona da região, segundo a divisão definida pelo Tratado de Tordesilhas, assinado quatro anos antes de Pacheco aparecer. Depois de quase dois anos de preparativos, a coroa portuguesa mandou Pedro Álvares Cabral para oficialmente “descobrir o Brasil”, usando aquela velha história de que ele se perdeu do caminho que o levaria às Índias. O historiador português defende a tese em seu livro “A construção do Brasil”, que se baseou em um texto de 200 páginas manuscrito por Pacheco entre 1505 e 1508, que só foi encontrado no século 20. No manuscrito, o explorador se impressiona com o tamanho das terras, que “tanto se dilata sua grandeza e corre com muita longura, que de uma arte nem da outra não foi visto nem sabido o fim e cabo dela”.

Literatur

Das Schreiben des Pêro Vaz de Caminha an König Manuel von Portugal. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Robert Wallisch. 155 Seiten, farbige Abbildungen. TFM-Verlag. DM 34.

Tufano, Douglas. A Carta de Pero Vaz de Caminha. São Paulo: Ed. Moderna, 1999.

Castro, Silvio: A Carta de Pero Vaz de Caminha. O Descobrimento do Brasil. Porto Alegre: L&PM, 2009.

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