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Portugal in 100 Objekten

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Teemarke Licungo.  Portugal in 100 Objekten
Dieses Plakat für die Teemarke Li-Cungo wurde in Lissabon in der Lithographieanstalt Amorim 1938 hergestellt. Diese Druckerei war von 1930 bis 1960 mit vielen Staatsaufträgen beschäftigt. Insbesondere im Bereich des Tourismus. Im Jahre 1985 war sie noch in Betrieb. Im Plakat sind mehrere Verpackungen abgebildet: im Tablet trägt der schwarze Diener eine Teekanne aus der Fábrica de Louças de Sacavém, (Zeit Gilman & Cia).
 
 

Teemarke Li-Cungo, aus Mozambik

Von der Companhia da Zambézia, in Gurué - im Norden der ehemaligen afrikanischen Kolonie Moçambique, kam eine Teemarke, die sich während der Zeit der Diktatur in Portugal großer Beliebtheit erfreute: Chá Li-Cungo. Noch heute kommen 90 Prozent der Einnahmen aus Gurué (Mozambik) aus dem Anbau und der Verarbeitung von Tee. Hier liegen die größten Anbaufläche des Landes.

Aus dem Gebiet um Gurué kamen Teemarken wie Chá Moçambique, Chá Licungo, Chá Gurúè und Chá Montebranco Junqueiro.

(Bis zur Unabhängigkeit Mosambiks 1975 hieß der Ort Vila Junqueiro. „Gurué“ soll die Bezeichnung der einheimischen Dialekt Lomwe für das Pekari-Tier sein.)

Der Ort wurde im 19. Jahrhundert durch portugiesische Kolonialherren gegründet. Sie bauten in der Umgebung Teeplantagen auf. Nach der Konferenz von Berlin im Jahre 1885 wurde Portugal dazu verpflichtet, die tatsächliche Okkupation seiner Kolonien in die Tat umzusetzen. Joaquim Carlos Paiva de Andrade (1846 — 1928), der Offizier der portugiesischen Armee (und Militärattaché in Paris) war, entschloß sich, die Erze von Moçambique auszubeuten.

 Portugal in 100 Objekten

Sein erster Vorschlag, 1878 eingereicht, sah vor, die Erze und Edelhölzer eines weiten Gebietes – Zambézia – auszubeuten. Im Jahre 1892 gründete er die Companhia da Zambézia, mit Kapital, welches aus Portugal, Südafrika, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und USA stammte. Die Zentrale der Companhia da Zambézia befand sich in Lissabon, ganz in der Nähe des heutigen Instituto Britânico, in der Nähe des Príncipe Real.

Die Konzession wurde bald auf Regionen ausgedehnt, die am Fluß Li-Cungo angrenzten. Dieser Fluß gab einer der größten Unternehmungen dieser Gesellschaft seinen Markennamen: Tee. Doch zunächst wurden Kokos, Kautschuck, Kaffee, Reis und anderen Produkte angebaut.

Erst 1934 wurde Tee angebaut. Neben den Teeplantagen wurde auch eine Teerösterei errichtet. Mit Erlaubnis der Briten wurde der Tee in London eingeführt, mit gutem Erfolg. Dann wurde der Tee auch in die Türkei, nach Persien, Polen, USA, Spanien usw. exportiert.

Doch in Portugal war dieser Tee aus Ostafrika unbekannt, die Teefans tranken Marken wie Lipton oder Horniman. Deswegen setzte eine Werbekampagne ein, die den Chá Li-cungo mit Probepackungen einführte. Verbrauchte Packungen konnten gegen teekannen eingelöst werden.

Der Tee wurden in Packungen verschiedener Farben verkauft, um die verschiedenen Inhalte zu kennzeichen. Die gelbe Packung, mit 100 g Inhalt, wurde die bekannteste.

Nach der Unabhängigkeit der afrikanischen Kolonie, brach ein langer Mosambikanischer Bürgerkrieg (1977–1992) über die junge Nation, es verschlechterten sich rapide die Lebensbedingungen. Die Region litt unter den Wegzug der Retornados (ex-Kolonialisten) und leider kam es zu Naturkatastrophen.

Historischer Hintergrund

Expo Colonial Porto

Die imperialistische Nutzung der portugiesischen Kolonien in Afrika – im Sinne einer systematischen Ausbeutung von Rohstoffen und lokaler Arbeitskraft — begann recht spät, wenn verglichen mit den britischen und belgischen Afrika-Kolonien. Erst gegen 1930 begannen die Handelsfirmen, die von der portugiesischen Regierung weitgehende Vollmachten und sogar Hoheitsrechte erworben hatten, mit der Produktion und dem Export von Tee, Kaffee und anderen Gütern.

Im Gegensatz zu Städten wie London, Brüssels und Paris, wo große "Kolonialausstellungen" schon um die Jahrhundertwende im großen Stil veranstaltet worden war, sah man die erste Exposição Colonial Portuguesa erst im Jahre 1934, in Porto.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits (in 1931) die Exposition Coloniale in Paris veranstaltet worden. Diese dauerte 6 Monate und verkaufte 33 Millionen Eintrittskarten.

Im Ausstellungsgelände in Porto wurde das übliche "Negerdorf" positioniert, ähnlich der entwürdigende Praxis, die man schon überall in Europa als wirksamen Anziehungsmagneten ausprobiert hatte. In diesem Dorf wurden afrikanische Menschen ausgestellt.

Nicht nur Firmen, die mit der Ausbeutung der Kolonien beschäftigt waren, stellten aus, sondern auch Betriebe wie z.B. die Fábrica de Loiça de Sacavém. Der bekannteste Fotograf von Porto, Domingos Galvão, erhielt den Zuschlag für die Bilddokumentation der Ausstellung.

Als Komissar der Ausstellung wurde der Kapitän Henrique Galvão (1885-1970) benannt. Dieser war damals einer der Militärs, die dem faschistischen Regime Salazars am nächsten standen– und einer derjenigen, der die Kolonien am besten kannte, war er doch Governeur der Provinz Huíla (Angola, 1929) gewesen. Außerdem hat er an der Expo Coloniale de Paris 1931 teilgenommen und lokale Ausstellungen in Luanda und Lourenço Marques (1932) ausgerichtet. Später sollte er einen spektakulären Attenat auf das Regime ausüben.

Gurue.  Portugal in 100 Objekten
Teeplantagen von Gurué in der mosambikanischen Provinz Zambézia.

Seit 1998 ist Gurué ein Municipio mit einer Fläche von 107 km². Von der Provinzhauptstadt Quelimane, von Nampula und dem malawischen Blantyre ist Gurué jeweils 350 km entfernt. Das Gebiet nördlich der Stadt ist bewaldet und bergig. Mit 2419 m ist der Monte Namuli der höchste Berg der Provinz.

Links

Exposição Colonial Portuguesa, Porto 1934: http://purl.pt/22849/3/#/0

Literatur

Em 2003 o jornalista Ercílio de Azevedo (1924-2005) editou uma publicação intitulada “Porto 1934 - A Grande Exposição” com prefácio de Paulo Vallada que a partir da descrição muito documentada da Exposição Colonial realizada no Porto em 1934.

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