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Pedro Nunes führte den Nonius zur Verbesserung des Astrolabiums ein.
Hier im Bild: Nonius eines modernen Meßschiebers zur Verbesserung der Ablesegenauigkeit.

Nonius von Pedro Nunes

Pedro Nunes (*1502, Alcácer do Sal; † 1578, Coimbra) (Petrus Nonius Salaciensis) ist der bekannteste Mathematiker Portugals. Wenig ist über sein Leben und seine Person bekannt. Die meisten Informationen stammen von seinen Söhnen Matias Pereira und Pedro Nunes Pereira, die um 1620 der Inquisition berichten mußten.

Zu den Fachgebieten dieses Renaissance-Gelehrten gehörten auch die Astronomie und die Medizin. Da eine der Hauptanwendungen der Astronomie die Navigation auf See war, zeigten sich gerade hier die wissenschaftlichen Fähigkeiten von Nunes auf profitable Art und Weise.

Er befasste er sich mit den Problemen der damals gebräuchlichen sog. Plattkarten (die Verzerrungen wegen konstanter Längengrade aufweisen) und beschrieb als Erster um 1550 die Eigenschaften der Loxodrome, die auf der einfachen Kursbestimmungsregel beruht, immer den gleichen Winkel zum Meridian einzuhalten, in der Mercator-Projektion als Gerade erscheint, aber, wie Nunes erkannte, nicht der kürzesten Verbindung zweier Punkte auf der Erde entspricht.

Nunes hatte jüdische Vorfahren und studierte ab etwa 1517 an der Universität von Salamanca, an der er 1523 seinen Bakkalaureat in Medizin machte. Im selben Jahr heiratete er eine Spanierin, mit der er sechs Kinder hatte.

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Pedro Nunes (1502 – 1578)  

1527 war er wieder in Portugal, wo er bis 1531 Luis de Portugal (Bruder des Königs Johann III.) unterrichtete. In diesem Zeitraum küpfte er wissenschaftliche Kontakte zu Martim Afonso de Sousa (Entdecker und zukünftiger Vizekönig von Indien) und João de Castro (Entdecker, Experimentalist und ebenfalls zukünftiger Vizekönig von Indien).

1529 wurde er zum königlichen Kosmographen und 1547 zum Ersten Kosmographen des Königreich Portugals ernannt und war in dieser Funktion vor allem als Navigationslehrer tätig.

Im selben Jahr begann er Vorlesungen über Philosophie an der Universität in Lissabon zu halten, an der er 1530 den Lehrstuhl für Logik erhielt.

1532 wechselte er auf einen Lehrstuhl für Metaphysik und erwarb im selben Jahr den Doktortitel in Medizin.

1544 bis 1561 war er Professor für Mathematik an der Universität Coimbra, wo unter anderen Christophorus Clavius sein Schüler war. Dazwischen lebte er 1557 bis 1561 in Lissabon. 1548 erhielt er vom König den Titel eines Ritters des Hábito de Cristo.

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Skala mit Nonius

Pedro Nunes führte den Nonius zur Verbesserung des Astrolabiums ein (als System konzentrischer Kreise, die die Winkelablesung genauer machen), der zu seiner Zeit von Tycho Brahe und Christoph Clavius benutzt wurde und in veränderter Form von Pierre Vernier 1631 eingeführt wurde.

Pedro Nunes strab kurz bevor Portugal seine Unabhängigkeit an Spanien bevor. Von 1580 bis 1640 wurde Portugal, mitsamt seines Kolonialreiches, von den Felipes von Spanien regiert.

Nunes hatte zu seiner Zeit einen europaweiten Ruf und beeinflußte unter anderem John Dee.

Der Mondkrater Nonius ist nach im benannt.

Schriften

Tratado da sphera com a Theorica do Sol e da Lua, Lissabon 1537 (beruht auf Übersetzung von Werken von Sacrobosco, Georg von Peuerbach und der Geographie von Claudius Ptolemäus).

Tratado em defensam da carta de marear, 1537.

De Crepusculis, Lissabon 1542. Behandelt die Länge der Dämmerung.

De erratis Orontii Finaei, Coimbra 1546. (Widerlegung der vorgeblichen Lösung der drei klassischen geometrischen Probleme der Winkeldreiteilung, Würfelverdopplung und Kreisquadratur durch Oronce Fine)

Petri Nonii Salaciensis Opera, 1566 (Gesammelte Werke). Eine erweiterte Auflage erschien 1573 als De arte atque ratione navigandi

Libro de algebra en arithmetica y geometria / compuesta por el Doctor Pedro Nuñez, cosmographo mayor del rey de Portugal, y cathedratico jubilado en la cathedra de mathematicas en la Universidad de Coymbra. - En Anvers: En casa de los herederos d'Arnoldo Birckamn, 1567. (Seine Algebra, an der er seit 1534 schrieb) bibliotecadigital.fl.ul.pt/

Verlorene Manuskripte: Geometria dos triangulos spheraes. De ortu et occasu signorum. De astrolabio opus demonstrantiuum. De planisphaerio geometrico. De globo delineando ad nauigandi artem. Vitruvius' De Architectura translation.

Weiterführende Links

John Dee und Pedro Nunes pedronunes.fc.ul.pt/episodes/john_dee/

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The first book published by the Portuguese mathematician Pedro Nunes (1502-1578) was Tratado da sphera com a theorica do sol & da lua..., Lisbon, 1537. It contains Portuguese translations of some of the most important texts used in introductory courses on cosmography: Sacrobosco’s Treatise on the Sphere, the first book of Ptolemy’s Geography, and the first chapters of Peuerbach’s Theorica novae planetarum.

But what truly makes it an exceptional work is that in addition to these translations it contains two remarkable texts composed by Nunes: the "Treatise on certain doubts of navigation" and the "Treatise in defense of the maritime chart." These two texts introduce new concepts — such as the notion of “rhumb line” —, and propose a systematic and rigorous approach to nautical problems that heralds the birth of mathematical navigation.


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