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Portugal in 100 Objekten

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Gasflasche Pluma. Portugal in 100 Objekten.

Pluma-Butangasflasche, Design: Brandia Creating.
Die meisten kopnventionellen Butangasflaschen sind fürchterliche Objekte.
Die Griffe schneiden einem in die Finger. Sie machen hässliche scheppernde Geräusche, wenn sie von
Lastwagen entladen werden. Die Farbe der Flaschen blättert gewöhnlich ab. Sie sind recht schwer.
Heute kann sogar die bescheidene Gasflasche ein schönes Objekt sein.
Die Pluma-Flasche ist das Ergebnis eines Ansatzes, der neue Technologie made in Portugal
und modernes äußeres Design verbindet, um eine Lösung mit guter Ergonomie zu entwickeln.
Ein Beispiel von ausgezeichnetem Design, das sich positiv auf das Alltagsleben auswirkt.

Gasflasche Pluma

Rui Sampaio de Faria, José Carlos Mendes und Pedro Cunha Monteiro erhielten für das Design der Pluma einen deutschenred dot: best of the best. Die Butangasflasche Pluma (Feder, federleicht) ist innovativ: sie verbindet eine Kombination von Materialien mit einem ästhetischem Design und ergonomischer Gestaltung. Die Flasche wird von Galp vermarktet — allerdings kostet das Gas aus dieser Flasche mehr als das aus der konventionellen Gasflasche aus Aluminium. (Kein Wunder, daß die Mehrheit der Kunden sich nicht von der Pluma begeistern ließ...)

Portugal in 100 Objekten.  
"A menina do gás" ging in die Geschichte der portugiesischen Werbung ein. Um die Leichtigkeit der Gasflasche Pluma unter Beweis zu stellen, wurde ein langbeiniges Modell aus der Ukraine unter Vertrag genommen, um ein (preisgekröntes) TV-Werbespot zu drehen.  

Die drei portugiesischen Designer haben ihren Entwurf folgendermaßen erläutert:

„Der Konsum von Haushaltsgasflaschen in Portugal orientiert sich an ökonomischen und rationalen, nicht jedoch an emotionalen Aspekten. Unser Ziel war es, eine Gasflasche zu entwickeln, die nicht nur halb so schwer und dabei doppelt so sicher ist wie herkömmliche Gasflaschen, sondern die auch mit emotionalen und taktilen Erlebniswerten ausgestattet ist."

"Ihre abgerundeten Formen und die klaren Konturen ihres farbigen Äußeren sind verlockend – und setzen zugleich einen neuen Standard für leichtgewichtige LPG-Gasflaschen. Somit gelang es uns, die Gasflasche neben den notwendigen ergonomischen und technologischen Verbesserungen mit Werten wie Begehren und Leidenschaft zu versehen und insgesamt eine gänzlich neue Perspektive auf Gasflaschen zu eröffnen.“

Gas ist in Spanien oder Portugal – anders als z.B. in den nordeuropäischen Ländern – nur in größeren Städten durch eine Hauptleitung zu bekommen. Die meisten Spanier und Portugiesen kochen deshalb mit Butangas aus der Flasche, die Gasflasche ist ein Teil des Alltags.

Pluma ist vor diesem Hintergrund eine durchdachte Innovation: Eine freundlich-organische Anmutung beruht auf einer Symbiose unterschiedlicher Materialien und deren spezifischen Eigenschaften.

Die Gasflasche vereint einen Gasbehälter und eine äußere Hülle. Die letztere besteht aus einem Mantel aus vier verschiedenen Teilen – einem Körper, einem inneren Deckel und zwei Griffen, die in Polyethylen mit einer großen Dichte eingespritzt werden. Die Anwendung von hitzeerhärteten Polymeren ist in der Herstellung umweltverträglich und gibt der Gasflasche eine angenehme Haptik. Der Kunststoff ist zudem langlebig und dem Alltag einer Gasflasche gewachsen.

Der äußere Behälter birgt schließlich einen Tank aus gestanzten dünnen Stahlplatten, die innen von einem Netz aus Twintex ausgekleidet sind – einer Verbindung aus Polypropylen und Glasfiber. Die Oberfläche wird zusätzlich mit einem Schutzfilm aus weißem Gel abgeschlossen.

Durch diese Materialverbindungen hat der Innenbehälter einen höheren Widerstand und ein hohes Maß an Sicherheit.

Diese Butangasflasche verbindet eine innovative Kombination von Materialien mit Ästhetik und einer ergonomischem Gestaltung. Sie gibt dem Alltag eines Gebrauchsgutes eine neue Form. Um ihren Platz in der mediterranen Kultur zu erlangen, trägt sie den Namen Pluma, was in Spanien und Portugal soviel wie „Vogelfeder“ bedeutet.

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Die Designer des red dot award: product design 2006: Rui Sampaio de Faria, José Carlos Mendes und Pedro Cunha Monteiro

Die Designer

Rui Sampaio de Faria, 1965 in Mosambik geboren, studierte Industriedesign in Lissabon, Paris und Mailand und entwarf anschließend Fahrzeuge, Motorräder, Möbel oder Verpackungen. Seit 1995 arbeitet er als Senior-Designer bei Novodesign in Lissabon, wo er 1996 Designmanager und 1997 Designdirektor wurde.
Seit 2001 ist Sampaio de Faria Geschäftsführer des Industriedesign-Teams bei Brandia Central in Lissabon. Er unterrichtete an der Universidade Lusíada und ist als Dozent an verschiedenen Designschulen tätig.

José Carlos Mendes, 1973 in Portugal geboren, studierte von 1994 bis 1997 Grafikdesign in Lissabon. Von 1996 bis 1998 arbeitete er bei BBDO Portugal und anschließend bei Novodesign, bevor er 2000 als Senior-Grafikdesigner zu Brandia und 2006 von dort zu Brandia Central wechselte.

Pedro Cunha Monteiro, 1977 in Portugal geboren, studierte Psychologie in Lissabon. 2001 begann er bei Novodesign, ging ein Jahr später als Verantwortlicher für Markenstrategie zu DesignForce und kehrte 2003 zu Brandia (ehemals Novodesign und heute Brandia Central) zurück. Als Senior-Strategieplaner ist er für strategische Marken- und Kommunikationskonzepte verantwortlich.

Garrafas de gás Comet. Portugal in 100 Objekten.
Die Comet-Gasflaschen

Während die genannten Designer in Deutschland ausgezeichnet wurden, hat im selben Jahr (2006) die Japan Industrial Design Promotion Organization (JIDPO) das Werk von Carlos Aguiar mit dem Preis «Good design – G-Mark» ausgezeichnet. Carlos Aguiar, Designer und Dozent an der Universität Aveiro, wurde für seine Propangasflasche CoMet ausgezeichnet. Diese Flasche wird in Guimarães von der Firma Amtrol-Alfa hergestellt.

Diese portugiesische Design-Lösung wurde aus insgesamt 2500 eingereichnet Projekte ausgezeichnet.

Die erste Druckflasche, welche die CoMet-Technologie (COMposite + METal) verwendet, war die Pluma, die in Portugal von der Galp eingesetzt wird, und von der Firma Simoldes plásticos, SA nach dem Design von Brandia hergestellt wird. AMTROL-ALFA hat eine neue produktfamilie von Flaschen entwickelt, mit Design von Carlos Aguiar. Die «CoMet» hat ein Durchmesser von 310 mm, die «CoMet XL» von 320 mm.

Amtrol-Alfa, in Brito bei Guimarães: www.amtrol-alfa.com/technologies/comet

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